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Piazolo schließt für Bayern Schulschließungen aus: „Wären kontraproduktiv“

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Von: Dirk Walter

Studie: Wegen Corona wieder mehr Frontalunterricht
Kind allein am Computer - das soll vermieden werden. © Cristian Gennari

Die Corona-Infektionszahlen schießen in die Höhe, die Rufe nach Schulschließungen mehren sich. Kultusminister Michael Piazolo (FW) schließt das aber weiterhin aus.

München/Berlin – „Coronavirus-Pandemie: Klare und konsequente Maßnahmen –sofort!“, unter dieser Überschrift hat die Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) am Samstag drastische Empfehlungen zur Erhöhung der Impfungen und zur Kontaktreduktion veröffentlicht. Neben einer strikten 2G-Regelung in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen (Ausnahme Supermärkte, Arztpraxen) sollen auch die Maßnahmen an den Schulen verschärft werden. So schlagen die Wissenschaftler eine komplette Maskenpflicht im Schulgebäude vor, mindestens drei Mal wöchentlich einen Test und ein Vorziehen der Weihnachtsferien.

Letzteren Punkt hört man jetzt öfter. Zwei Bundesländer haben bereits vorgezogene Weihnachtsferien beschlossen. Auch die GEW schloss das nicht mehr aus. „Wenn die Infektionslage es erfordert, kann es notwendig sein, die Weihnachtsferien vorzuziehen“, sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern. Auch der CSU-Landesgruppenvorsitzende im Bundestag, Alexander Dobrindt, und CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus plädierten für frühere Weihnachtsferien.

Piazolo: Schulen tragen zur Eindämmung der Pandemie bei

In Bayern lehnt Kultusminister Michael Piazolo (FW) dies weiterhin ab. „Schulschließungen wären kontraproduktiv“, betonte er gegenüber dem „Münchner Merkur“ (Dienstag). „Gerade die Schulen tragen mit den regelmäßigen Testungen zur Eindämmung der Pandemie bei.“ Die Schnelltests an den Schulen hätten auch dazu beigetragen, dass die dritte Welle gebrochen werden konnte. Er beruft sich dabei auf eine Untersuchung des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Präsenzunterricht gebe „Halt und Struktur“. Piazolo weiter: „Wir tun alles, um die Schulen offen zu halten.“

In München betrachtet der Vorsitzende des Lehrer- und Lehrerinnen-Bezirksverband MLLV, Martin Schmid, die Diskussion mit Sorge. Der Grund: Das Kultusministerium favorisiert anstelle des Videokonferenzsystems MS Teams nun das neue, in Bayern entwickelte System Visavid. Das könnte schwierig werden, falls die Schulen doch schließen und zum Distanzunterricht verpflichtet werden. „MS Teams ist das wesentlich bessere System“, sagt Schmid.