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Tankstellen in Ostbayern leer: Sprit-Engpass wegen Hitze und Trockenheit

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Von: Tanja Kipke

An einigen bayerischen Tankstellen kommt es momentan zu Sprit-Engpässen.
An einigen bayerischen Tankstellen kommt es momentan zu Sprit-Engpässen. (Symbolbild) © IMAGO/Peter Widmann

Die Trockenheit in Bayern lässt die Pegel der Flüsse sinken. Transportschiffe können nicht mehr mit voller Ladung fahren. Die Folge: Tankstellen laufen leer.

Regensburg/Passau – Die Hitze der vergangen Wochen hat enorme Folgen für die Bayern. Erste Landkreise sprechen Verbote aufgrund des Wassermangels aus, Nürnberg bewässert seine Bäume sogar mit Schwimmbarwasser und die Regierung Oberpfalz ruft Alarmstufe zwei für die Donau aus, weil Fischsterben droht. Auch die Pegel der Bäche und Flüsse sind in den vergangene Wochen durch die aktuelle Wetterlage enorm gesunken. Das führt zu teils leeren Tankstellen in Ostbayern.

Sprit-Engpass in Ostbayern: Schiffe können Tankstellen nicht normal beliefern

An einigen Tankstellen in Niederbayern und der Oberpfalz bekommen Autofahrer momentan kein Sprit mehr. Wie onetz.de berichtet, hing in Neu-Ulm beispielsweise am Wochenende ein Schild an den Tanksäulen mit den Worten „Ab 19 Uhr wieder Kraftstoff“. An anderen Tankstellen war Sprit sogar für mehrere Tage nicht zu bekommen. Der Grund für den Engpass? Die anhaltende Trockenheit in Deutschland.

Durch die Hitze würden die Pegel der großen Flüsse sinken, Transportschiffe seien daher nicht in der Lage, mit voller Ladung zu fahren, sie würden sonst auf dem Flussbett aufsetzen. Dies bestätigt ein Sprecher des Wirtschaftsverbandes Fuels und Energie dem BR. Aber auch auf den Schienen und im Straßenverkehr komme es derzeit zu Einschränkungen. Wegen der Corona-Pandemie fallen viele Lokführer aus und Lkw-Fahrer sind derzeit Mangelware.

Video: Spritpreis-Unterschiede – Bayern am teuersten, Berlin am günstigsten

Tankstellen in Bayern leer: Droht bald eine Benzin-Krise?

Kapazitätsprobleme in Raffinerien sind ebenfalls ein Grund für die leeren Tankstellen. Die OMV-Raffinerie in Wien-Schwechat sei nach einem Zwischenfall derzeit außer Betrieb, wie ein Sprecher des niederbayerischen Mineralölhändlers Maier-Korduletsch in Vilshofen dem BR erklärt. Dennoch bestehe kein Grund zur Sorge. Es könne zwar vorkommen, dass kurzfristig ein Tank leer ist, meist könne aber rasch nachgeliefert werden. Die Logistik habe die meisten Engpässe zu verschulden, die Produktionen würden laufen.

Ein Experte des Tankstellen-Interessenverbandes nimmt den Sprit-Engpass nicht ganz so gelassen hin. Gegenüber nordbayern.de sagte er: „Wenn Schiffe nicht mehr fahren können, beginnt eine Galgenfrist zu laufen. Dann ist die Frage: Wie groß sind die Vorräte in den Tanklagern entlang der Flüsse?“ Die Trockenheit soll tatsächlich noch einige Zeit andauern, aber ob sich der Sprit-Engpass noch weiter verschlimmert, kann momenaten nicht vorhergesagt werden. (tkip)

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