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„Hätte ihren sicheren Tod bedeutet“: Polizei rettet 72 Welpen aus Transporter

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Von: Katarina Amtmann

Tiere im Käfig
Diese Bilder veröffentlichte der Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbunds von den eingesperrten Tieren. © Landesverband Bayern

Die Polizei rettete in Bayern 72 Welpen aus einem Transporter. Die Tiere sollten nach Portugal – und hätten die Fahrt wohl nicht überlebt.

Waidhaus – Die Polizei rettete in der Oberpfalz 72 Welpen aus einem Transporter. Der Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbunds berichtet über den Vorfall vom 25. Juni.

Waidhaus (Bayern): 72 Welpen aus Transport gerettet – „erhebliches Verletzungsrisiko“

Demnach wurde in Waidhaus (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) ein offiziell über Traces angemeldeter, aus der Slowakei kommender Tiertransport kontrolliert. Auf den ersten Blick schienen die Papiere in Ordnung, bei genauerer Kontrolle stellten sich jedoch „erhebliche Mängel“ heraus.

„Im Transporter befanden sich in viel zu kleinen, zum Teil kaputten und übereinandergestapelten Gitterboxen 72 Hundewelpen. Die Boxen bargen ein erhebliches Verletzungsrisiko für die Tiere“ heißt es in der Pressemitteilung des Landesverbands. Die Tiere sollten in Portugal verkauft werden.

72 Welpen in Bayern gerettet: „Die Fahrt bis Portugal hätte ihren sicheren Tod bedeutet“

„Bereits nach der relativ kurzen Strecke mussten fünf Tiere notversorgt werden, die dehydriert und apathisch aus dem Transporter geborgen wurden. Die Fahrt bis Portugal hätte ihren sicheren Tod bedeutet“, ist sich der Landesverband sicher. Unter den Hunden verschiedenster Rassen befanden sich auch kupierte Tiere. Das Kupieren, also das operative Entfernen von Schwanzwirbeln oder des gesamten Schwanzes, ist in Deutschland verboten. Viele der Tiere hätten außerdem Parasitenbefall.

„Entgegen der Angaben in den Impfpässen sind die meisten der Tiere unter zwölf Wochen alt. Damit fehlt ihnen der für den Transport gesetzlich festgelegte Tollwutschutz. Erst ab diesem Alter ist mit gültigem Tollwut-Impfschutz der Transport über Landesgrenzen auch innerhalb der EU erlaubt“, berichtet der Landesverband weiter.

Hund erschöpft
Ein erschöpfter Hund aus dem Transporter. © Landesverband Bayern

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Polizei rettet Welpen aus Transporter: Hunde auf Tierheime verteilt

Alle Tiere wurden durch den Amtstierarzt beschlagnahmt und es wurde eine Quarantäne angeordnet. Die Welpen wurden auf mehrere Tierheime in Bayern verteilt.

Gegen die Transporteure wurde Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Transportverordnung gestellt. Es liegen sowohl Straftatbestände, als auch Ordnungswidrigkeiten vor.

„Unser Dank gilt dem Amtstierarzt und den Polizeibeamten, die verhinderten, dass der Transport weiterfahren konnte. Auch die selbstverständliche Hilfs- und Einsatzbereitschaft unserer bayerischen Tierheime und das hervorragend funktionierende Krisenmanagement des Landesverbandes unter Andreas Brucker in diesem Einsatz trug einmal mehr dazu bei, Tierleben zu retten“ wird Landesverbandspräsidentin Ilona Wojahn in der Mitteilung zitiert. (kam)

Sie wuchsen mit 132 weiteren Hunden auf einem Grundstück in Bayern auf und wurden dort sich selbst überlassen: Django und Terry suchen seit Jahren ein Zuhause.

Illegaler Welpentransport: 101 Welpen ans Tierheim Nürnberg übergeben 

Willi wurde aus einem illegalen Transport gerettet. Eine Familie aus Bad Kissingen schenkte dem verängstigten Welpen ein neues Zuhause – heute ist er ein Markenstar.

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