Naturschützer geißeln Zugspitz-Ausbaupläne

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Tür an Tür mit Tirol: Auf der Zugspitze wollen Österreicher und Deutsche künftig noch enger zusammenarbeiten.

Garmisch-Partenkirchen - Die Tunnelpläne zur Erschließung der Zugspitze schlagen weiter hohe Wellen: Das 6-Millionen-Euro-Projekt wird nun von mehreren Seiten kritisiert.

Nach dem Deutschen Alpenverein (DAV) haben jetzt auch der Verein zum Schutz der Bergwelt und die Grünen-Landtagsfraktion das 6-Millionen-Euro-Projekt als Umwelt-Sünde gegeißelt.

Zum Hintergrund: Wie die tz und der Münchner Merkur exklusiv berichteten, plant der Chef der Tiroler Zugspitzbahn, Franz Dengg, einen Abfahrtstunnel (795 Meter lang und zehn Meter breit) vom Zugspitzplatt hinab ins Skigebiet „Ehrwalder Alm“.

Für Christoph Himmighoffen, Vize-Chef des Vereins zum Schutz der Bergwelt, ist dies ein völlig inakzeptables Konzept. Dabei ginge es nur darum, die Region im Zuge der Olympia-Bewerbung „weltweit als Ski-Destination bekannt zu machen“, um nicht als zweitklassiges Gebiet blamiert dazustehen. „Auch wenn man längst weiß, dass Garmisch schon wegen seiner Höhenlage kein Skiort ist und es wegen des Klimawandels immer weniger sein wird“, glaubt er.

Ähnlich kritisch äußerte sich der klimapolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann. „Die Aufrüstung der bayerischen Berge findet in einem noch nie dagewesenen Maßstab statt: Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Naturschutz spielen bei den Planern offensichtlich keine Rolle.“ Neben dem Tunnel verurteilt Hartmann auch die noch konkreteren Pläne für eine neue Eibsee-Seilbahn, die die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) für 30 Millionen Euro errichten will. Tunnel-Visionär Franz Dengg hatte die Vorteile seines Plans hervorgehoben: „Wir könnten mit relativ geringen Eingriffen in die Natur eins der größten und schönsten Skigebiete in der weiteren Umgebung schaffen“, sagte Dengg zur tz.

Stefan Dorner

Quelle: tz