Flirt-Profil von Felix R. entdeckt

So suchte der Nürnberger Huren-Killer im Internet nach Frauen

Zwei Fotos von Yenna, dem ersten Opfer.

Felix R. gestand, dass er zwei Prostituierte umgebracht hatte. Nürnberg atmet auf. Doch jetzt geht die Spurensuche los: Warum tötete er die Frauen? Im Internet war er auf Dating-Portalen aktiv.

Nürnberg - Er tötete zwei gefesselte Pros­tituierte nach dem Sex – trotzdem kam Kochlehrling Felix R. (21) nur wegen Totschlags in U-Haft. Ein Vorsatz bei den beiden Taten in Nürnberger Modellwohnungen ist ihm bisher nicht nachzuweisen. Er selbst spricht von Streit über den geschuldeten Lohn als Tatmotiv.

Doch die Beamten der Soko Himmel werten derzeit intensiv auch die virtuellen Spuren des Obdachlosen aus, der vergangenen Freitag von Spezialkräften vor einem Computer-Spielladen in der Nürnberger Innenstadt festgenommen wurde. Möglich, dass Felix R. doch noch wegen Mordes angeklagt wird – und nicht mit 15 Jahren Höchststrafe davonkommt. „Es war nicht sein erster Besuch bei Prostituierten“, sagt Oberstaatsanwalt Alfred Huber. Die Hoffnung der Ermittler ist, dass sich noch Damen aus dem Gewerbe melden und über Auffälligkeiten des Freiers R. berichten.

Felix R. ist auf Dating-Plattform Badoo aktiv

Auf der Dating-Plattform Badoo suchte Felix R. jedenfalls eifrig nach Frauen „zwischen 18 und 24“. Dies entspricht exakt den Profilen der beiden Opfer, die sich als 18-jährige Ungarin und als 23-jährige „japanische Bombe“ ausgaben. Tatsächlich war die erste Getötete eine 22-jährige Rumänin, die zweite eine 44 Jahre alte Chinesin.

Über sich selbst schreibt R. im Internet: „Ich bin Single.“ Er lebe alleine, plane keine Familie. Zu seinem Aussehen gibt er an: „180 cm, 96 kg, durchschnitt­lich gebaut, schwarze Haare und braune Augen“. Über seine dunkle Seite schweigt Felix R. hier. Auf seinem Facebook-Profil findet sich aber ein verstörender Eintrag: Hier likte er den Test „Wie viel Prozent Psycho steckt in dir?“

Die Nürnberger Ermittler atmen jedenfalls ebenso auf wie die 600 Prostituierten der Stadt: „Niemand kann ausschließen, dass er sich nicht noch ein drittes Opfer gesucht hätte“, sagt Soko-Chef Michael Dietsch.

tz

Quelle: tz