Proteste gegen NPD-Versammlungen

Eggenfelden/Gräfenberg - Hunderte Menschen haben am Samstag mit einem bunten Fest im niederbayerischen Eggenfelden (Landkreis Rottal-Inn) gegen eine Versammlung der rechtsextremen NPD protestiert.

Nach Darstellung der Polizei verlief die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle. Ein Dutzend der Anhänger beider Lager wurde vorübergehend festgenommen. In der Nacht sei es zu keinen Zwischenfällen mehr gekommen, berichtete die Polizei am Sonntag. Bereits am Freitagabend hatten rund 250 Menschen im oberfränkischen Gräfenberg (Landkreis Forchheim) gegen einen erneuten Aufmarsch der NPD demonstriert.

Unter dem Motto “Eggenfelden ist bunt“ wurde in der niederbayerischen Stadt ein großes Programm mit Musik, Reden und Theateraufführungen geboten. Schon Stunden vor dem eigentlichen Beginn der Wahlkampfveranstaltung der Rechtsextremen versammelten sich zahlreiche Menschen auf den Plätzen der Stadt. Die Stadt Eggenfelden und das “Rottaler Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Rechts“ hatten zu dem Protest aufgerufen. “Wir wollen den NPD- lern zeigen, dass sie hier nicht erwünscht sind“, sagte Thomas Asböck (SPD), der Vorsitzende des Bündnisses.

Schon mittags waren nach Angaben der Einsatzleitung der Polizei 130 Menschen zusammengekommen. Der Zuspruch steigerte sich bis zum frühen Abend: Sowohl Asböck als auch die Polizei bezifferten die Zahl der Besucher auf bis zu 500. “Die Resonanz ist sehr gut, wir feiern ein schönes Fest“, sagte der SPD-Politiker. Das Interesse an der Wahlkampfveranstaltung der NPD blieb unter den Erwartungen. Die NPD hatte nach Polizeiangaben 300 Teilnehmer angekündigt. Am Ende schätzte die Polizei, dass ungefähr 200 Anhänger der rechtsextremen Partei den Weg nach Eggenfelden gefunden hatten.

Kurzzeitig wurden sieben Mitglieder der linken und fünf der rechten Szene festgenommen. Sie trugen unter anderem Stiefel mit Stahlkappen und hatten Pfefferspray bei sich. Alle diese Gegenstände seien bei öffentlichen Versammlungen verboten, sagte ein Polizeisprecher.

Zu der Veranstaltung im oberfränkischen Gräfenberg hatten nach Angaben der Polizei in Bamberg vom Samstag SPD und Freie Wähler aufgerufen. Unterstützt wurden sie vom Sportverein aus dem benachbarten Weißenohe, der mit einem Solidaritäts- und Demokratiezug nach Gräfenberg zog. Der Aufzug der 57 Neonazis zum Kriegerdenkmal verlief ohne Ausschreitungen. Ein Mensch wurde den Angaben zufolge in Gewahrsam genommen.

Quelle: DPA

Quelle: tz