Neue Maßnahmen

Corona-Notbremse in Bayern: München reißt Grenzwert - Das sind die Regeln bei einer Inzidenz über 100

Bei einer Inzidenz über 100 greift die Notbremse mit strengen Corona-Regeln in den betroffenen Landkreisen. Alle Maßnahmen finden Sie hier in einer Zusammenfassung.

München - Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist am Montag, 29. März, auf 134,4 gestiegen - noch am Vortag lag der Wert nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 129,7, vor einer Woche bei 107. Der steigende Trend schlägt sich auch auf die Corona-Regeln nieder: Wie der Bund Anfang März beschlossen hatte, greift beim Überschreiten einer Inzidenz von 100 automatisch die sogenannte „Notbremse“. In einigen Bundesländern wird dieser Automatismus jedoch nicht gänzlich umgesetzt. In allen bayerischen Landkreisen und Städten mit einer Inzidenz über 100 greift die Notbremse jedoch ohne Ausnahme, mit der zahlreiche Lockerungen zurückgenommen werden.

Sie gilt aber nicht gleich an dem Tag, an dem das Robert-Koch-Institut die 100er-Überschreitung meldet. Der Wert muss an drei aufeinander folgendenen Tagen über 100 liegen, dann gibt die betroffene Behörde dies amtlich bekannt, und dann erst gelten die neuen Regeln am nächsten Tag.

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Corona-Notbremse: Diese Regeln gelten bei einer Inzidenz über 100 in Bayern

In Bayern haben nach RKI-Angaben (Stand Montag, 29. März, 12.30 Uhr) 69 Landkreise und Städte die 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten. Auch in der bayerischen Landeshauptstadt München könnte es bald soweit sein, der Inzidenzwert liegt mit 97,3 knapp unter der entscheidenden Marke. Welche Verschärfungen mit der Notbremse in der Coronavirus-Pandemie* konkret einhergehen, finden Sie nachfolgend zusammengefasst:

Ausgangssperre: Sie gilt dann zwischen 22 und 5 Uhr. Die Wohnung darf nur in Notfällen verlassen werden.

Treffen: Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen und privaten Raum ist nur mit den Angehörigen des eigenen Hausstands und einer weiteren Person erlaubt. Ausnahme: Zwei Familien mit Kindern unter 14 Jahren dürfen sich bei der Betreuung helfen.

Geschäfte: Click & Meet, also das Einkaufen im Laden mit Termin, ist wieder vorbei, nun ist nur noch Click & Collect, also das Abholen vorbestellter Waren, erlaubt. Ausnahmen sind: Lebensmittelgeschäfte, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz- und Radlwerkstätten, Banken, Post, Reinigungen, Waschsalons, Blumenläden, Gartenmärkte, Baumärkte, Versicherungsbüros, Buchhandlungen, Friseure, Kosmetikbetriebe.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Tierpark und Botanische Gärten: Auch diese Angebote müssen ihre Pforten im Falle einer Notbremse wieder schließen.

Beispielsweise das Sudetendeutsche Museum in der Hochstrasse in München müsste im Falle einer Notbremse die Pforten schließen.

Sport: Nur noch kontaktfreier Sport mit den eigenen Mitbewohnern oder einer Person aus einem anderen Hausstand ist erlaubt. Mannschaftssport ist wieder verboten.

Musikschulen: Instrumental- und Gesangsunterricht in Präsenzform ist untersagt.

Kitas, Kindertagespflegestellen: Immer freitags gibt die Behörde je nach Tageswert bekannt, ob die darauffolgende Woche geöffnet ist. Am Beispiel von München sind die Einrichtungen also wohl noch bis Donnerstag geöffnet, ab nächste Woche gäbe es im Notbremse-Fall nur noch die Notbetreuung.

Wenn wegen eines zu hohen Inzidenzwertes die Notbremse gezogen werden muss, gibt es in Kitas nur noch die Notbetreuung.

Schulen: Ob und wie sie nach den Ferien wieder öffnen, entscheidet sich am 9. April. Bleibt die Inzidenz über 100, sind alle Schüler im Distanzunterricht, außer Abschlussklassen, Q11 am Gymnasium, 11. Klasse FOS und 4. Klassen der Grundschulen und Förderzentren. Hier dürfen aber nur negativ getestete Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen.

Alten- und Pflegeheime: Ab einem Wert von 100 müssen die Beschäftigten an mindestens zwei Tagen die Woche getestet werden.

Spielplätze unter freiem Himmel bleiben geöffnet, für Kinder jedoch nur in Begleitung von Erwachsenen.

Gastronomie: Weitere Öffnungen wurden ohnehin bis Ende der Osterferien (11. April) ausgesetzt. Erlaubt ist nach wie vor die Abgabe und Lieferung von Speisen und Getränken.

Schwimmbäder, Bordelle, Spielhallen, Clubs und Diskos bleiben nach wie vor geschlossen.

Corona-Inzidenz über 100 - so könnten einzelne Landkreise und Städte um die Notbremse herum kommen

Mögliche Ausnahme: Mit einem Szenario könnten Landkreise und Städte in Deutschland die Verschärfung der Regeln zur Eindämmung des Coronavirus umgehen: Nämlich, wenn sie vom Bayerischen Gesundheitsministerium als Modellkommune ausgewählt werden, könnten einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens nach Ostern mit einem strengen Test- und Hygienekonzept für die Dauer von 14 Tagen aufmachen. Die Entscheidung darüber fällt beispielsweise für München Anfang dieser Woche.

Die aktuellen Zahlen in Deutschland un seinen Nachbarstaaten hat Merkur.de hier zusammengefasst. In München könnte es bald wieder eine Ausgangssperre* geben - zuvor hatte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für eine harte Durchsetzung der Notbremse ausgesprochen.

Einen Rückblick auf die Landkreise mit einer Inzidenz über 100 am Montag, 22. März, hat Merkur.de am Tag des jüngsten Corona-Gipfels zusammengefasst. (nap) *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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