Sea-Eye tauft Schiff „Alan Kurdi“

Ein Denkmal für einen ertrunkenen syrischen Jungen

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Das neue Schiff des Vereins Sea-Eye trägt den Namen Alan Kurdi. Das Bild des ertrunkenen Jungen ging um die Welt. Zur Taufe hatten die Sea-Eye-Vorstände Jan Ribbeck (links) und Gorden Isler (rechts) Alans Vater Abdullah Kurdi (2.v.r.) und dessen Schwester Tima eingeladen. Ebenfalls auf dem Bild: Kapitän Klaus Stadler.

Der Verein Sea-Eye hat dem ertrunkenen Alan Kurdi ein Denkmal gesetzt. Sein Vater Abdullah Kurdi taufte gestern das neue Schiff auf den Namen seines Sohnes. In den nächsten Tagen wird das Schiff erneut ins Einsatzgebiet starten.

Palma/Regensburg – Die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye hat ihr Schiff nach Alan Kurdi benannt. Der zweijährige Junge aus Syrien war nach dem Untergang eines Flüchtlingsboots im September 2015 tot an der türkischen Mittelmeerküste angeschwemmt worden. Das Foto von ihm ging um die Welt und löste großes Aufsehen aus. Für den Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer war das Bild ein Auslöser, gemeinsam mit Freunden den Verein Sea-Eye zu gründen. Seit damals haben hunderte ehrenamtliche Crewmitglieder in über 60 Missionen mehr als 14 000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet.

„Geht um Menschen, die täglich im Mittelmeer ertrinken

„Mit dem Namen Alan Kurdi wollen wir eindringlich daran erinnern, worum es wirklich geht und allein gehen sollte“, betonte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler gestern bei der Schiffstaufe in Palma de Mallorca, wo das Schiff gerade im Hafen liegt. „Es geht um Menschen, die täglich im Mittelmeer ertrinken und den unendlich andauernden Schmerz der Angehörigen.“

Alans Vater Abdullah Kurdi taufte das Schiff. Es sei ein schwerer Tag für ihn, sagte er. Aber er sei dankbar, dass das Schiff den Namen seines Sohnes trägt. „So steht der Name für etwas Gutes und seine kleine Seele kann ihren Frieden finden. Mein Junge am Strand darf niemals vergessen werden.“ Mit Alan waren damals auch sein fünfjähriger Bruder und seine Mutter ertrunken.

Das Schiff hatte auf seiner letzten Mission Anfang Januar 17 Menschen vor dem Ertrinken gerettet, durfte dann aber tagelang in keinem europäischen Hafen anlegen. In den kommenden Tagen will Sea-Eye erneut ins Einsatzgebiet vor der lybischen Küste starten – das erste Mal unter dem Namen „Alan Kurdi“.

Quelle: Merkur.de