Bergrettung mit Kleinkind hat ein Nachspiel

Lenggries - Eine Bergrettung am Fockenstein hat ein Nachspiel für einen 30-jährigen Münchner: Vor zwei Wochen hatte sich der Vater mit seinem 3-jährigen Sohn bei einer Wanderung verlaufen - jetzt wurden die Behörden alarmiert. 

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Dreijähriger Bub vor dem Erfrieren gerettet

Die Bergrettung eines 30 Jahre alten Münchners und seines dreijährigen Sohnes, die sich vor zwei Wochen auf dem Weg zum Fockenstein verirrten, hat ein Nachspiel für den Vater. Inzwischen ist ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung angelaufen. Im Raum steht auch der Vorwurf, einen Schutzbefohlenen in hilfloser Lage ausgesetzt zu haben. Das leichtsinnige Verhalten des Vaters, der kein Sorgerecht für das Kind hat, sorgte für Kopfschütteln. Zahlreiche Leser hatten sich besorgt bei der Zeitung gemeldet.

Der 30-jährige Mann und sein kleiner Sohn waren am 17. Januar in Bergnot geraten. Die beiden waren von Lenggries aus zu einer Wanderung entlang des Geiersteins zum Fockenstein unterwegs. Per Handy setzte der 30-Jährige einen Notruf ab, als er auf der schweren Tour, für die Erwachsene im Sommer fünf Stunden brauchen, bei Dunkelheit die Orientierung verlor. Die Bergwacht rettete die beiden vor dem Erfrieren. Die Wanderer waren nicht angemessen ausgerüstet. Der Bub trug bei minus acht Grad und starkem Wind nur eine Cordhose, Winterschuhe und einen Anorak. Er erlitt Erfrierungen ersten Grades und wurde in eine Klinik geflogen.

Doch laut Lenggrieser Bergwacht zeigte sich der Vater nicht einsichtig, sondern beratungsresistent. Sein Sohn sei „abgehärtet“, er werde täglich kalt geduscht.

chs

Quelle: tz

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