Intendant erklärt die großen Pläne

Neuer Name, neues Programm! BR krempelt einen Radiosender um

Ein BR-Radiosender ist nicht mehr wiederzuerkennen - sowohl das Programm, als auch der Name ändern sich. Heute geht‘s los.

  • Bayern plus“ wird ab 21.1. zu „BR Schlager“.
  • Der Bayerische Rundfunk erklärt die Neuausrichtung.
  • Es gibt auch gewisse Skepsis.

München - Ab Donnerstag, 21. Januar ist ein BR-Radiosender nicht mehr wiederzuerkennen. Neuer Name inklusive. „Aus ‚Bayern plus‘ wird ‚BR Schlager‘“, kündigte der Bayerische Rundfunk vorab an.

Schlager ist lebendig, er verbindet die unterschiedlichsten Altersgruppen“, erklärte Intendant Ulrich Wilhelm im „Bayern plus“-Interview. „Er vermittelt ein bestimmtes Gefühl, das die Menschen zusammenführt.“ Auch das Programm wird umgekrempelt - nicht komplett, da „Bayern plus“ eh schon für solche Musik steht. Aber nachgeschärft wird es allemal. „Dazu gehört, dass wir auch Stars vorstellen, dass wir mit den Fan-Gemeinden in Kontakt sind, dass wir immer wieder auch eigene Ereignisse bieten – Live-Events und dergleichen – und, dass bei uns viele aus der Szene ein und aus gehen“, so Wilhelm.

BR krempelt Sender um - aus „Bayern plus“ wird „BR Schlager“

Hinzu kommen laut BR: mehr Moderation. Mehr englischsprachige Evergreens. Und die neue Sendung „Der ‚BR Schlager‘-Morgen“ beginnt bereits um 6 Uhr, damit Schlager-Fans bereits zu früher Stunde ihre favorisierte Musik bekommen. Vieles wird aber auch beibehalten, etwa die Sendung „Deutsche Schlagerparade“, die nun am Donnerstagabend zu hören ist.

Walter Schmich, Leiter Stabstelle Hörfunk im Bayerischen Rundfunk, erklärt gegenüber radioszene.de die Hintergründe für den Relaunch. Der neue Name „BR Schlager“ solle gleich klar machen, worum es geht. „‘Bayern Plus‘ hatte als Name zu wenig Aussagekraft – von der Neuausrichtung und Umbenennung versprechen wir uns eine größere Wiedererkennbarkeit, Bekanntheit und letztendlich auch einen Zuwachs an Hörerinnen und Hörern.“

An Schlager-Sendern mangelt es weder in der Radio- noch in der TV-Landschaft. Wie sich „BR Schlager“ wohl von der Konkurrenz unterscheiden wird? Auch ein so genanntes „Musikmapping“ über die hausinterne Medienforschung half bei der Programmgestaltung. Schmich erläutert: „Dabei kam unter anderem heraus, dass sich unser Publikum neben deutschen Schlagerklassikern und aktuellen Schlager-Hits vor allem auch englische „Evergreens“, beispielsweise von Smokie, Elvis Presley oder ABBA, wünscht. Hinzu kommt – auch das grenzt uns von den Mitbewerbern ab – dass uns auch vielversprechende Schlagertalente am Herzen liegen, die wir ganz bewusst fördern und auf ihrem Weg begleiten.“ Die Erwartungen, „mit der Umbenennung mehr Hörer zu gewinnen, sind berechtigt hoch“, so Schmich weiter.

BR krempelt Sender um - viele begeistert, doch es gibt auch Skepsis

Bei vielen Fans bei Facebook stoßen die Pläne auf Begeisterung - aber nicht bei allen. „Brauchen wir absolut nicht, das ist keine Musik, sondern ein Plärren“, heißt es unter einem Beitrag mit Schlager-Star Julian Reim, der die Neuausrichtung ankündigt. „Aber das Programm wird auch nicht besser!!“, befürchtet ein anderer.

BR Schlager ist empfangbar im DAB+-Netz in Bayern, Berlin und Brandenburg, deutschlandweit im Kabel, europaweit via Satellit und weltweit per Livestream im Internet. Eine beliebte Moderatorin hat beim BR unlängst aufgehört - nicht ganz freiwillig. (lin)

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