„Wenig Engagement“ in der Krise

SPD kritisiert Bayerns Sozialministerin scharf

Soziale Einrichtungen und Verbände haben es in der Corona-Krise schwer. Bayerns Sozialministerin sei aber derzeit kaum wahrzunehmen, kritisiert die SPD - und fordert Antworten. 

Die Corona-Krise trifft nicht nur die Wirtschaft, sondern auch soziale Einrichtungen, Verbände und gemeinnützige Organisationen. Von der Staatsregierung bekämen diese viel zu wenig Unterstützung, kritisiert die SPD. „Es ist für mich unbegreiflich, wie wenig Engagement hier ausgerechnet das Sozialministerium an den Tag legt“, sagt Sozialpolitikerin Doris Rauscher unserer Zeitung. Dabei habe sie bereits am 19. März einen dringenden Appell an Ministerin Carolina Trautner (CSU) gerichtet und ein Hilfsprogramm auch für den Sozialbereich gefordert. Denn: „Gerade jetzt sind die Menschen in unserem Land auf soziale Leistungen angewiesen.“

Auch andere Aspekte seien unterbelichtet – etwa die Entlastung von Familien bei den Kitagebühren, Unterstützung für Kinder und Jugendliche in schwierigen Situationen, sowie der Schutz vor Gewalt und eine bessere Ausstattung von Frauenhäusern. „Bei all diesen Themen gilt: Engagement seitens der Sozialministerin Fehlanzeige“, sagt Rauscher. „Dabei ist jetzt nicht die Zeit für Untertauchen und auf den Bund schielen, sondern für klare Handlungen.“

Rauscher kündigt deshalb eine Sitzung des Sozialausschusses im Landtag in der Woche nach den Osterferien an. Als Vorsitzende werde sie die Sozialministerin dazu laden: „Ich erwarte einen Bericht über die eingegangenen Anliegen aus dem Sozialbereich und die Antworten der Sozialministerin auf diese.“ 

Quelle: Merkur.de