Über 3,5 Millionen ohne Job

Novum in Bayern: Mehr Kurzarbeiter als Arbeitslose!

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Die Arbeitsmarktzahlen aus Bayern

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Die Zahl der Erwerbslosen ist im März in Deutschland im Vergleich zum Februar um 34 000 auf 3,586 Millionen gestiegen, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag mit. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit um 0,1 auf 8,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosigkeit bundesweit um 78 000 Menschen. Ohne Kurzarbeit sähe es noch viel schlimmer aus. In Bayern lag die Zahl der Kurzarbeiter im März mit 394 530 sogar erstmals über der Arbeitslosenzahl von 342 308 Personen. Die genauen Zahlen der bayerischen Agenturbezirke zeigt die Tabelle oben auf. Insgesamt stieg die Arbeitslosigkeit in Bayern gegenüber dem März 2008 um 8,9 Prozent oder 28 000 Personen. „Der konjunkturelle Abschwung wirkt sich zunehmend auf den Arbeitsmarkt aus“, stellt BA-Chef Frank Weise fest. Die drei wichtigsten Indikatoren des Arbeitsmarktes hätten sich negativ entwickelt: Die Arbeitslosigkeit sei gestiegen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung habe abgenommen, und die Arbeitskräftenachfrage sei weiter zurückgegangen.

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Daher ist auch die IG Metall froh über das Angebot der Kurzarbeiterstellen. Bezirkssekretär Martin Heigl: „Besser Kurzarbeit als Arbeitslosigkeit. Es ist positiv, dass das Gros der Betriebe versucht, die Leute über Kurzarbeit im Betrieb zu halten, statt sie rauszuschmeißen. Viele Unternehmen, vor allem die mit einer guten Interessenvertretung, leisten von sich aus eine Zuzahlung auf das Kurzarbeitergeld.“ Laut Heigl kommen dadurch viele Kurzarbeiter auf 80 oder 90 Prozent ihres letzten Nettogehalts. Kurzarbeitergeld darf allerdings höchstens sechs Monate gezahlt werden.

uf.

Quelle: tz