München rückt näher an die Berge

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Am Ende der A 95 bei Eschenlohe beginnt der Stau: Doch jetzt soll die Autobahn dort mit einem weiteren Tunnel bis zur bereits geplanten Oberauer Röhre verlängert werden.

Oberau - Das Bundesverkehrs- ministerium will für Olympia 2018 das Verkehrs-Nadelöhr am Autobahnende vor Garmisch-Partenkirchen beseitigen. Ein Tunnel soll die Strecke entlasten.

Mit Fahrrad-Demos versuchen die Oberauer seit 2001 auf die Notwendigkeit einer Ortsumfahrung hinzuweisen.

Das Bundesverkehrsministerium plant im Hinblick auf eine mögliche Vergabe der Olympischen Spiele 2018 an München ein Verkehrs-Nadelöhr am Ende der Autobahn A 95 kurz vor Garmisch-Partenkirchen zu beseitigen: Direkt nach dem Autobahnende soll ein neuer Tunnel durch den Auerberg entstehen und die vor allem an Wochenenden immer wieder entstehenden Staus beseitigen. Nach Angaben von Rüdiger Hanke, Sachgebietsleiter für Planung und Bau bei der Autobahndirektion Südbayern, steht das Projekt zwar noch ganz im Anfangsstadium, doch vorgesehen ist, dass die A95 bei Eschenlohe nicht mehr zur Bundesstraße und auf zwei Fahrbahnen reduziert wird, sondern vierspurig bleiben soll. Nach rund 300 Metern soll dann der zweiröhrige Tunnel durch den Auerberg beginnen. „Vorstellbar wäre eine Länge von 1,9 Kilometer“, erklärt Hanke.

Die Autofahrer würden dann auf der ebenfalls geplanten Westumfahrung von Oberau und durch den Farchanter Tunnel nach Garmisch-Partenkirchen gelangen – staufrei und schnell. Letzteres ist vor allem bei einem zu erwartenden Verkehrszuwachs im Falle der Olympia-Vergabe von entscheidender Bedeutung. Offen ist allerdings noch die Frage der Finanzierung. Der Auerbergtunnel, dessen Detailplanung bis Ende dieses Jahres stehen soll und für den nun Probebohrungen beginnen, würde mindestens 100 Millionen Euro kosten.

Unterdessen hat die Olympia-Bewerbung Münchens neuen Rückenwind erhalten: Die Lufthansa kündigte an, die Kampagne mit einem Millionen-Betrag zu unterstützen. Damit ist laut Oberbürgermeister Christian Ude mehr als die Hälfte des benötigten Finanzvolumens von 30 Millionen Euro vorhanden.

Die Staufallen – die Lösungen

Von Eschenlohe aus, wo die A 95 zur „einfachen“ B 2 wird, geht’s nur noch zäh weiter bis Garmisch. Die 15 Kilometer werden für viele Autofahrer zur Geduldsprobe. Die tz erklärt die Staufallen – und wie sie dank Olympia 2018 gelöst werden könnten. Für die vier neuen Röhren müsste der Staat eine halbe Milliarde Euro aufbringen.

Auerbergtunnel: Die vierspurige, etwa 1,9-Kilometer-Verlängerung der A 95 soll über 100 Millionen Euro kosten.

West-Umfahrung Oberau: Auf rund 2,9 Kilometer soll – im Anschluss an den Auerbergtunnel – der Verkehr unterirdisch durchgeschleust werden. Geschätzte Kosten: 137 Millionen Euro.

Hinter Oberau rollen die Autos dann in den Farchanter Tunnel: Die 2,4 Kilometer lange Röhre ist bereits im Mai 2000 eröffnet worden – als einziges der großen Entlastungsprojekte im Werdenfelser Land, die zum Teil seit vielen Jahrzehnten erfolglos debattiert werden.

So hoffen insbesondere die Garmischer auf den Kramertunnel. Für diesen 5,8 Kilometer langen Abschnitt unter dem gleichnamigen Berg hindurch besteht bereits Baurecht. Kosten: 133 Millionen Euro. Diese Straße würde die Reiseroute über den Fernpass in Richtung Süden viel schneller machen.

Dagegen sehnen vor allem die Partenkirchner den 3,5 Kilometer langen Wanktunnel herbei, der unter dem Werdenfelser Sonnenberg hindurch die wichtige Nord-Süd-Verbindung nach Innbruck erheblich beschleunigen würde. Kosten über 100 Millionen. Nadja Hoffmann, Silke Scheder

Quelle: tz