Unfall bei Thalham: Auto rammt BOB

Thalham - Deutschlandweit beherrscht das tragische Zugunglück in Sachsen-Anhalt die Schlagzeilen, am Montag wurde auch die Bayerische Oberlandbahn in einen Unfall verwickelt. Die Kollision auf dem Bahnübergang bei Thalham ging jedoch glimpflich ab.

BOB-Geschäftsführer Heino Seeger war gedanklich noch bei seinen Kollegen vom Harz-Elbe-Express, die mit der Aufarbeitung des schweren Zugunglücks vom Samstag beschäftigt sind, da ereilte ihn selbst eine Unglücksnachricht. Kurz nach 13 Uhr war am unbeschrankten Bahnübergang zwischen Gotzing und Thalham ein Pkw mit voller Geschwindigkeit in einen Integral der Bayerischen Oberlandbahn gerast. Sofort wurden Erinnerungen an den Juli 2005 wach, als an derselben Stelle zwei junge Männer ums Leben kamen. Gestern jedoch hatten die Pkw-Insassen „gleich mehrere Schutzengel“, wie Seeger erleichtert feststellt. Der 23-jährige Mann und seine 22-jährige Begleiterin erlitten nur leichte Verletzungen, die rund 80 Passagiere im Zug kamen mit dem Schrecken davon.

Auto rammt BOB

Auto rammt BOB

Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge waren die beiden mit einem VW Passat von Gotzing in Richtung Thalham unterwegs. Aus Unachtsamkeit übersahen sie am Bahnübergang das Blinklicht. „Der Lokführer hat noch registriert, dass sich von rechts mit hoher Geschwindigkeit ein Fahrzeug nähert, dann hat es schon gekracht“, berichtet Seeger. Nahezu ungebremst rammte der Passat den BOB-Triebwagen zwischen der ersten und zweiten Achse und wurde dann neben die Bahngleise geschleudert. Der Lokführer leitete sofort eine Notbremsung ein, sodass der Zug rund 225 Meter nach der Unfallstelle zum Stehen kam. Sofort nach der Kollision rückte ein Großaufgebot an Rettungskräften aus. Neben Feuerwehr, Polizei, Bundespolizei und Rotem Kreuz eilten auch Vertreter der BOB, der Deutschen Bahn und der Stadtwerke München nach Thalham. Letztere begutachteten die Unfallstelle bezüglich der Trinkwassersicherheit.

Allenthalben war die Erleichterung über den glimpflichen Ausgang spürbar. Ein Ersthelfer berichtete, dass sich die Insassen des Passat selbst aus dem Wrack hatten befreien können. Die Bahnstrecke zwischen Miesbach und Holzkirchen war bis 15 Uhr total gesperrt. Allerdings konnte der Zug der Oberlandbahn, der vorwiegend Schüler an Bord hatte, schon gegen 14 Uhr seine Fahrt in Richtung Miesbach fortsetzen. Die Busse, die für den Weitertransport der Zugfahrgäste angefordert worden waren, kamen nicht mehr zum Einsatz. Laut Heino Seeger wird der beschädigte Integral ins Bahnbetriebswerk nach Lenggries überführt, die Reparatur kostet nach ersten Schätzungen 3000 bis 5000 Euro.

Stephen Hank

Quelle: tz