Hochwasser-Warnung

Unwetter am Wochenende: DWD warnt auch vor Flut-Gefahr in Bayern - historische Höchststände befürchtet

Am Alpenrand wird ein Starkregen-Ereignis erwartet. Ab Samstag warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor sehr, sehr viel Niederschlag. Es kann zu historisch hohen Pegelständen kommen.

Update vom 17. Juli, 14.03 Uhr: Inzwischen gilt eine konkrete DWD-Unwetterwarnung für unten genannte Landkreise. Diese dauert bis Montagmorgen an. Indessen sind sich Hochwassernachrichtendienst und DWD nicht so ganz einig, wo es wirklich gefährlich werden könnte. Noch widersprüchlicher äußern sich einige Experten. Zur aktuellen Unwetter-Warnung im südlichen Oberbayern, der Einschätzung der Hochwasserexperten und dem Überblick.

Update vom 16. Juli, 21.30 Uhr: Einen ersten Vorgeschmack, auf das, was Bayern am Wochenende erwarten könnte, hat am Freitag die niederbayerische Stadt Deggendorf zu spüren bekommen. Im Stadtgebiet sei es zu Überflutungen und nach oben gedrückten Gullydeckeln gekommen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern am Freitagabend. Das Hochwasser halte sich aber „im überschaubaren Rahmen“. Nur vereinzelt seien Keller vollgelaufen. Starke Regenfälle in ganz Bayern sind dann vor allem am Samstag möglich.

Unwetter in Bayern: Historische Pegelstände am Wochenende erwartet

Update vom 16. Juli, 16.01 Uhr: Die Unwetter im Südosten Bayerns können laut focus.de sogar noch heftiger ausfallen, als ursprünglich vom DWD prognostiziert. Hier gehen die Experten sogar davon aus, dass bis zu 200 Liter Regen bis Sonntagabend fallen können. Das erhöht nicht nur die Hochwasserwahrscheinlichkeit, sondern könnte auch zu historisch hohen Pegelständen führen. Denn 100 bis 200 Liter auf den Quadratmeter regnet es normalerweise im gesamten Juli.

Erstmeldung vom 16. Juli: München - Erst wird halb Franken überflutet, dann gerät ein Unwetter-Ereignis in der Eifel zu einer der schlimmsten Natur-Katastrophen der Nachkriegszeit. Jedes Mal hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) deutlich vor möglichen Unwettern mit drastischen Folgen gewarnt. Nun gibt es eine Vorabinformation für Südostbayern. Ein längerer Bereich am Alpenrand ist bereits jetzt in der DWD-Warnkarte rot schraffiert. Betroffen sind folgende Landkreise:

  • Garmisch-Partenkirchen
  • Bad Tölz-Wolfratshausen
  • Miesbach
  • Rosenheim
  • Traunstein
  • Berchtesgadener Land

Unwetter und Flut-Gefahr in Bayern: DWD warnt vor Niederschlag bis zu 150 l/qm

Der DWD rechnet vor allem im östlichen Bereich, also für Rosenheim bis Berchtesgaden, mit sehr viel Regen in sehr kurzer Zeit. Regenwolken stauen sich zudem bekanntlich gerne an den Alpen und regnen dann in einem Schwall ab. Staulagen nennt der DWD das. Starten soll der Starkregen gegen Samstagmittag. Ende der Gefahr wird vom DWD mit Sonntag, 20 Uhr, angegeben. Dabei fallen laut DWD „innerhalb von 24 bis 30 Stunden Mengen zwischen 50 und 70 Liter pro Quadratmeter (l/qm), von den Chiemgauer Alpen bis zu den Berchtesgadener Alpen um 100 l/qm. In Staulagen und bei schauerartigen Verstärkungen sind vor allem östlich des Inns stellenweise bis 150 l/qm wahrscheinlich.“

150 Liter pro Quadratmeter (etwa eine Badewanne auf jeden Quadratmeter) wäre dann schon die Qualität an Niederschlag, die in der Eifel die Katastrophe auslöste. Aber wie gesagt. Derzeit handelt es sich um eine Vorabinformation. Wie schlimm der Starkregen ausfällt, wird sich erst im Laufe des Samstags zeigen.

Hochwasser-Warnung für Südbayern: Mehrere Zuflüsse von Inn betroffen

Aber auch der Hochwassernachrichtendienst Bayern warnt bereits jetzt: „Vor allem an den kleineren Zuflüssen zu Inn und Salzach, an der Mangfall und im Alz-Gebiet ist ab Samstagmittag mit Ausuferungen und Überschwemmungen zu rechnen. Im Gebiet der Tiroler Aachen und der Traun sind sehr schnelle Anstiege der Wasserstände möglich. An Salzach und Inn selber sowie an der der Donau im Bereich Passau werden ab Sonntag früh höhere Wasserstände mit Überschwemmungen erwartet.“

Die Mangfall kommt aus dem Tegernsee und fliest durch die Landkreis Miesbach und Rosenheim in den Inn. Die Tiroler Aachen von Tirol durchs Chiemgau in den Chiemsee. Und die Traun fliest vom Salzburger Land kommen durch den Landkreis Traunstein. Sobald konkrete Warnungen vorliegen, lesen Sie diese als erstes auf unserer Bayern-Home.

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