Orkanböen und Starkregen

Heftiges Unwetter sorgt für bange Momente: Kirchturm-Einsturz droht - Ortsteile gesperrt

Unwetter in Halfing
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Feuerwehrmänner sperren mit einem Zaun die Straße vor dem Kirchturm von Halfing ab

Im südlichen Oberbayern haben Unwetter großen Schaden angerichtet. Besonders der Landkreis Rosenheim wurde schwer getroffen.

Heftiges Unwetter in Halfing: Kirchturm einsturzgefährdet

Update 29. Juli, 6.09 Uhr: Der durch das heftige Unwetter beschädigte Kirchturm von Halfing ist offenbar nicht einsturzgefährdet. Ein Statiker, der zur Untersuchung des Turms vor Ort war, habe Entwarnung gegeben, teilte das Landratsamt Rosenheim am Mittwochabend mit. Etwa 200 in Sicherheit gebracht Menschen konnten demnach wieder nach Hause.

Wegen der Unwetterschäden sei allerdings die Kirchturmspitze von innen gesichert worden, hieß es. Zudem bestehe Absturzgefahr bei den Zinnen an den vier Seiten unterhalb der Kirchturmspitze. Deshalb sollten in der Nacht weitere Sicherungsmaßnahmen getroffen werden. Teile des Orts blieben vorerst gesperrt.

Update 28. Juli, 18.29 Uhr: Unwetter mit Starkregen und orkanartigen Böen haben am Mittwoch im südlichen Oberbayern Dächer abgedeckt, Gebäude beschädigt und Straßen überflutet. Die Integrierte Leitstelle Rosenheim habe in diesem Zusammenhang 119 Einsätze im Landkreis gemeldet, sagte eine Sprecherin des Landratsamts am Nachmittag. Besonders die Gemeinde Halfing sei betroffen, dort sei der Kirchturm nach Unwetterschäden möglicherweise einsturzgefährdet. Ein benachbarter Kindergarten wurde geräumt, die Ortsdurchfahrt gesperrt. Ein Statiker sei zur Untersuchung des Kirchturms vor Ort, teilte das Landratsamt mit.

Unwetter in Bayern: Landkreis Rosenheim schwer getroffen - Kirchturm einsturzgefährdet

Auch in den Gemeinden Amerang, Höslwang und Söchtenau wurden während des Unwetters Dächer beschädigt, Bäume stürzten um, und Keller standen unter Wasser. Meldungen über Verletzte lagen nach Angaben des Landratsamts Rosenheim zunächst nicht vor. Wegen Gefahren durch umstürzende Bäume oder herabfallende Gebäudeteile warnte die Behörde vor Autofahrten oder Spaziergängen in der Region. Nach Angaben der Integrierten Leitstelle Traunstein gingen in dem Landkreis bis Mittwochnachmittag etwa 180 Notrufe wegen des Unwetters ein. Besonders betroffen war demnach die Gemeinde Obing. Verletzte wurden auch hier zunächst nicht gemeldet.

Update 28. Juli, 14.03 Uhr: Die Unwetterwarnung wurde aufgehoben. Das schwere Unwetter hat die Grenze nach Österreich überschritten und zieht nach aktuellem Wetterradarbild auf Linz zu. Zuvor wütete die große Gewitterzelle vor allem über dem Landkreis Traunstein über Trostberg und Umgebung. Über Schäden ist noch nichts bekannt.

Erstmeldung vom 28. Juli, 13 Uhr: München/Rosenheim - Ein schweres Gewitter* zieht aktuell über dem südöstlichen Oberbayern und westlichen Niederbayern auf. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt wörtlich: „Von Südwesten ziehen Gewitter auf. Dabei gibt es orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten bis 110 km/h (31m/s, 60kn, Bft 11) sowie heftigen Starkregen mit Niederschlagsmengen bis 35 l/m² pro Stunde und Hagel mit Korngrößen um 3 cm.“

Unwetterwarnung in Bayern: Schweres Gewitter zieht in diesen Landkreisen auf

Die Warnung gilt noch bis 14 Uhr. Betroffen sind folgende Landkreise in Oberbayern und Niederbayern. Mit dabei ist auch die Flut-gebeutelte Region Berchtesgadener Land:

  • Rosenheim (Stadt und Landkreis)
  • Traunstein
  • Berchtesgadener Land
  • Mühldorf am Inn
  • Altötting
  • Rottal am Inn

Unwetter-Serie richtet schwere Schäden im südlichen Bayern an

In den vergangenen Tagen und Wochen zogen immer wieder verheerende Unwetter über Bayern. Besonders schwer getroffen wurde am Montagabend das Allgäu, wie dieses an die Eifel erinnernde Video zeigt. Der Downburst einer Superzelle hat den Landkreis Weilheim-Schongau verwüstet.

Im Video: Das Bayern-Wetter fürs Wochenende

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