Kommentar:

Wölfe in Bayern erschossen - Mehr Gelassenheit!

Wenn es um den Wolf geht, dann kochen die Emotionen hoch.  Ein Kommentar von Christian Vordemann.

Die einen fordern etwas realitätsfern eine generelle Abschussgenehmigung und wolfsfreie Gebiete, etwa weil sie sich um ihre Weidetiere sorgen.

Die anderen bestehen auf den Schutz des Wolfes ohne Ausnahme. Die Jagd auf diese Tiere ist für sie ein Tabu. Als Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (ausgerechnet ein Grüner) letztes Jahr anordnete, einen Wolf, der sich wiederholt Menschen bis auf wenige Meter genähert hatte, zu töten, erhob sich ein Wutgeschrei bis hin zu Drohungen. Angesichts von Millionen auf der Jagd erlegter und Abermillionen überfahrener Wildtiere in Deutschland eine etwas einseitige Liebe zu Isegrim.

Der Wolf ist streng geschützt und soll es auch bleiben. Man muss auch nicht das Jagdrecht ändern , um einzelne Tiere, die großen Schaden anrichten, zu erlegen. Erst recht, wenn befürchtet wird, dass er Menschen gefährlich werden könnte. Diese Gefahr ist bei den aus dem Gehege entlaufenen Wölfen im Bayerischen Wald höher einzuschätzen als bei wirklich wilden Wölfen ohne Menschenkontakt. Wolfsfreunden wie Wolfsgegnern ist etwas mehr Gelassenheit zu wünschen.

Sie erreichen den Autor unter Christian.Vordemann@merkur.de

Quelle: Merkur.de